DIGITALES MARKETING HEUTE

News für den deutschsprachigen Raum

20

Aug

2014

Ist kostenloses Marketing auf Facebook endgültig vorbei?

Unabhängig davon was viele von Facebook halten, es ist und bleibt das beliebteste Soziale Netzwerk der Welt. Mit fast 3,5 Millionen aktiven Accounts in der Schweiz ist die Bedeutung von Facebook als Marketing-Plattform nicht zu unterschätzen. Kein anderes Schweizer Medium kann eine vergleichbare Reichweite aufweisen. Doch wie kann ich als Facebook Nutzer diese Reichweite für mich oder mein Unternehmen einsetzen?

Die grundsätzliche Wahrnehmung, dass möglichst viele Freunde, Followers und Likes zu haben auch direkt zu einer höheren Reichweite meiner Posts führt, ist nicht falsch. Aber ist es die ganze Wahrheit? Wer sieht eigentlich meinen Content? Und wie bestimmt Facebook wer meinen Inhalt zu sehen bekommt?

Facebook Post Reach

Wer sieht meine Posts?

Die aktuellsten Messungen ergaben, dass heute gerade noch 6% meines Netzwerks meinen Post zu Gesicht bekommen. Dies bedeutet natürlich, dass 94% meines Netzwerks meinen Content nie sehen.

Bereits im April 2012 meldete Facebook selbst, dass die organische Reichweite bloss noch 16% erreiche, sowohl für Pages, wie auch für Nutzerprofile.

Facebook nimmt dies als Anlass ihr Post Sponsoring Produkt schmackhaft zu machen. Nur wer bereit ist zu bezahlen soll eine gute Reichweite erzielen können, scheint das neue Motto zu lauten.

Boost Posts

Weshalb ist das so?

Der Facebook News Feed entstand im September 2006. Im November 2007 wurde der Algorithmus EdgeRank eingeführt. EdgeRank wertete aufgrund dreier Faktoren die Bedeutung eines Posts für andere und verteilte diesen entsprechend. Die drei Wertungskriterien waren:

  • Affinität (Anzahl Interaktionen zwischen der Page/Person und anderen Pages/Personen)
  • Gewichtung (Anzahl Interaktionen [Comments, Likes, Shares] mit dem Post/Update
  • Aktualität (Zeit seit der Post/Update live ging)

Seit Mitte 2013 hat Facebook einen neuen Algorithmus eingeführt, welcher über 100‘000 Faktoren werten soll. Offensichtlicht beeinflusst der Algorithmus die Reichweite eines Posts und es stellt sich die Frage weshalb diese gefilterte Reichweite von bereits nur noch 16% in 2012 zu den heutigen 6% geschrumpft ist. Es ist einfach zu behaupten, dass Facebook nur noch daran interessiert sei Geld zu kassieren. Wie immer ist die Wahrheit viel komplexer.

Die einfachste Erklärung liegt im Wachstum von Facebook selbst. Die Menge des täglich dargebotenen Inhalts auf Facebook ist in den letzten Jahren extrem angestiegen. Die aktuelle Fülle würde die News Feeds komplett überschwemmen.

  • Facebook verzeichnete 2008 rund 100 Millionen aktive Nutzer. Heute sind es 1,2 Milliarden.
  • 2008 hatte der durchschnittliche Facebook-Nutzer rund 130 Freunde. Heute sind es 338.
  • 2014 haben bereits 15% aller Nutzer über 5oo Freunde.
  • Jedes Mal, wenn man sich auf Facebook einloggt stehen heute zwischen 1‘500 und 15‘000 neue Inhalte zur Verfügung, welche im News Feed angezeigt werden könnten.
  • Der neue Algorithmus (von vielen immer noch Edge Rank genannt) siebt diese Inhalte und stellt dann rund 300 davon in einen durchschnittlichen News Feed.

Der neue Algorithmus macht Sinn und funktioniert auch recht gut. Logisch kommt die eigentliche Problematik Facebook zugute, da sie mit dem Boosten von Posts Geld verdient. Die Situation kommt aber auch dem Facebook-Nutzer entgegen, ob privat oder geschäftlich. Vermarkter können mit den bezahlten Werbeangeboten ihr Zielpublikum viel besser einschränken und gezielt angehen. In einer organisch gewachsenen Gruppe von Friends und Followers ist dies nicht im gleichen Sinne möglich.

Begrüssen Sie die kostenpflichtigen Angebote von Facebook

Wer es verstand, konnte gute sechs Jahre lang kostenlos Facebook für Marketing nutzen.  Nun ist Facebook definitiv „pay-to-play“ geworden. Doch wie steht Facebook im Kosten/Nutzen-Vergleich mit anderen Medien? Nach wie vor bietet Facebook hervorragendes Marketingpotential für sehr wenig Geld. Wir haben uns dies zum Anlass genommen folgenden Kostenvergleich zu erstellen:

Medienvergleich Schweiz 2014

Wer sich die Zeit und die Mühe nimmt, um gut recherchierte und ausgereifte Inhalte zu erstellen, sollte einige Franken Aufwand für die gezielte Verteilung nicht scheuen. In unserem Kosten-Vergleich mussten wir, um eine echte Vergleichbarkeit zwischen den Medien zu erreichen, Display Ads ohne Einschränkung des Zielpublikums bei Facebook und Google verwenden. Dabei sind wir auf einen Wert von CHF 7.- pro tausend Kontakte gestossen. Nutzt man die ausgereiften Werbeformate, wie Boosted Post richtig, kann man diesen Wert auch noch unterbieten. Kombiniert der erfahrene Nutzer organische Posts mit kostenpflichtigen Möglichkeiten, bleibt Facebook im Kosten/Nutzen-Verhältnis unschlagbar.

Share this:

Über den Autor

Andre Mueller

André Mueller ist seit Ende der neunziger Jahre im Online Business tätig. Seine Kompetenzen in e-Business und Digital Marketing bewies er im Aufbau von ImmoScout24, welche er lange als CEO führte. Er ist heute Verwaltungsrat der CCI Concepts & Consulting Int. Ltd. und Council Member der Gerson Lehrman Group. Bei BlueGlass Interactive AG träg er als Special Projects Manager zum Unternehmenserfolg bei. Als Autor schreibt er regelmässig für den deutschsprachigen Newsletter/Blog „Digitales Marketing Heute“. André Mueller ist in den USA (NJ) aufgewachsen und lebt heute in Zürich. Er ist alleinerziehender Vater und leidenschaftlicher Golfspieler, der auch gerne reist, segelt und fischt.

 


2 Responses

  • Boris

    Würde gerne mit dir nach eine Runde Golf darüber sprechen!

    • August 23, 2014, 12:46:09
    • Reply
    • Andre Mueller

      Hi Boris
      Ja, lass uns eine Runde Golf spielen und darüber sprechen. Ich melde mich bei dir für die Terminvereinbarung.

      • August 25, 2014, 09:41:44
      • Reply

Was meinen Sie dazu?

Your email address will not be published. Required fields are marked *