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18

Nov

2014

Facebook schränkt verkäuferische Posts ein

Facebook hat im November bekanntgegeben (Facebook Newsroom), dass sie ab Januar 2015 allzu verkäuferische Posts einschränken werden. Mit dieser neuen Massnahme will Facebook die News Feed Inhalte besser ausbalancieren und für die Nutzer attraktiver gestalten. Gemäss aktuellen Umfragen seien die Nutzer mehr an Infos von Freunden und weniger an werbeartigen Inhalten interessiert, so die Begründung von Facebook.

Wir sprechen hier nicht von den „Boosted Posts / Suggested Posts“ oder den „Sponsored Posts“ (Empfohlener Beitrag / Gespsonsert), welche auch weiterhin zu sehen sein werden. Betroffen sind organische Posts von Menschen, Seiten und Gruppen. Facebook ist etwas unklar in der Definition, was sie genau als „allzu verkäuferisch“ empfinden, aber wir haben versucht die geltenden Bestimmungen zu formulieren:
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  1. Posts, welche dazu auffordern ein Produkt zu kaufen oder eine App zu installieren.
  2. Posts, welche dazu auffordern an Wettbewerben und Werbepromotionen ohne direkten Zusammenhang teilzunehmen.
  3. Posts, welche identisch zu bestehenden Werbeanzeigen sind.

Posts wie hier rechts abgebildet sollen künftig nicht mehr erscheinen, repesktive soll deren Reichweite drastisch eingeschränkt werden. Facebook will dass, wer ein Produkt anzubieten hat, dies über eine bezahlte Werbung tun soll und nicht via reguläre Posts.

So wie wir dies verstehen, bedeutet die Qualifizierung „ohne direkten Zusammenhang“, dass beispielsweise ein Wettbewerb der Swiss für eine Flugreise absolut zulässig ist, während Produkte-promotionen Dritter zu posten zu unterlassen sei.

 

Der Kampf um Shelf Space im Facebook News Feed ist längst in vollem Gange

 

Es bleibt jedoch vieles unklar:

  • Wie wird Facebook künftig mit Posts von Promotionsseiten wie Groupon, etc. umgehen?
  • Wie wird Facebook mit Immobilienfirmen umgehen, welche gerne Ihre Angebote posten?
  • Oder wie wird Facebook mit Wettbewerbs- und Promotions-Pages umgehen?

Wir hoffen Facebook wird die noch offenen Punkte in Kürze präzisieren und wir werden unsere Leser auf dem Laufenden halten. Klar ist jedoch, dass der Kampf um „Shelf Space“ im Facebook Newsfeed längst in vollem Gange ist.

Tatsächlich hat Facebook die Herausforderung Unmengen an Inhalten zu Filtern und dediziert darzustellen. In Kombination mit den tolerierten Wettbewerben, Promotionen und den immer häufiger erscheinenden bezahlten Werbemöglichkeiten teilen sich die organischen Posts unserer Freunde gerade noch 6% unseres Newsfeeds (wir hatten im August darüber berichtet). Wenn nun ein Grossteil dieser Posts auch noch Produkte, Dienstleistungen und Promotionen anpreisen, hat dies zwei ernste Konsequenzen zur Folge. Einerseits wird so Facebook für die Nutzer immer weniger attraktiv und andererseits entgeht Facebook potentieller Werbeumsatz. Facebook hat ein hohes Eigeninteresse diese Regeln umfassend umzusetzen.

Doch was bedeutet dies nun für Marketers und Unternehmer?

  • Vor allem bedeutet es, dass man seine Angebote und Dienstleistungen noch mehr durch relevante Inhalte mit Mehrwert darstellen soll. Um organisch markante Reichweiten erreichen zu können, muss professionelles Content Marketing eingesetzt werden.
  • Wer auch bezahlte Facebook Werbemöglichkeiten nutzt, muss darauf achten, dass sich die organischen Posts deutlich von den Werbeanzeigen unterscheiden.
  • Wer Wettbewerbe oder Produktepromotionen anbieten möchte, muss sicher stellen, dass diese thematisch affin sind und auf der eigenen Seite stattfinden.
  • Es empfiehlt sich Facebook Posts dazu einzusetzen, um interessierte Besucher auf die eigene Webseite zu bringen und Ihnen erst dort entsprechende Angebote zu unterbreiten (Produkte, Rabattgutscheine, Newsletter Anmeldungen, etc.).
  • Wer dennoch ein Produkt, eine Dienstleistung oder ähnliches ohne relevanten Content und Context postet, muss mit absichtlicher Einschränkung der Reichweite dieser Posts durch Facebook rechnen.

Wir sind auf die ersten Erfahrungen im Januar gespannt und freuen uns auf euer Feedback.

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Über den Autor

Andre Mueller

André Mueller ist seit Ende der neunziger Jahre im Online Business tätig. Seine Kompetenzen in e-Business und Digital Marketing bewies er im Aufbau von ImmoScout24, welche er lange als CEO führte. Er ist heute Verwaltungsrat der CCI Concepts & Consulting Int. Ltd. und Council Member der Gerson Lehrman Group. Bei BlueGlass Interactive AG träg er als Special Projects Manager zum Unternehmenserfolg bei. Als Autor schreibt er regelmässig für den deutschsprachigen Newsletter/Blog „Digitales Marketing Heute“. André Mueller ist in den USA (NJ) aufgewachsen und lebt heute in Zürich. Er ist alleinerziehender Vater und leidenschaftlicher Golfspieler, der auch gerne reist, segelt und fischt.

 


2 Responses

  • Deprifrei-Blog

    Klingt nach weiteren Verschlechterungen und Unattraktivmachen von Facebook. Das dann mit irgendwelchen Freunden zu begründen finde ich schon sehr dreist. Es geht Facebook ums hemmungslose Geld verdienen. Neben unseren Daten wollen sie auch noch Bares sehen. So ist das und nicht anders.

    • December 30, 2014, 20:32:14
    • Reply
    • Arnold

      na so eine überraschung und frecheit aber auch. ein unternehmen will tatsächlich geld verdienen und schränkt dafür die möglichkeit anderer gratis zu werben ein 😉

      haben alle geglaubt FB wird eine gratis marketing plattform ?

      • January 26, 2015, 16:12:57
      • Reply

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