01

Sep

2014

Das endgültige Aus für Google Authorship

Am 28. August 2014 hat Google endgültig alle Google Authorship Funktionalitäten komplett eingestellt. Google Authorship ist vorbei, Goggle Authorship rest in peace. Das Ende von Google Authorship kommt nach zwei markanten Einschränkungen des Dienstes: bereits im Dezember 2013 hat Google die Anzahl dargestellter Rich Snippets pro Suchabfrage eingeschränkt. Dann im Juni wurden die Autorenfotos komplett entfernt. Digitales Marketing Heute berichtete über die Veränderungen und das drohende Aus für Google Auhorship.

Google Authorship lässt sich auf den Agent Rank zurückführen, ein System, welches unterschiedliche Inhalte unter der digitalen Signatur einer Quelle (eines Autors) verbinden sollte. Die Idee blieb zunächst nur Theorie, bis 2011 Google+ eingeführt wurde und Google Authorship geboren war. Die ganze Geschichte von Google Authorship wurde von Ann Smarty ausführlich zusammengetragen und kann hier in Englisch gelesen werden. Google‘s John Mueller schrieb am Donnerstag folgende Erklärung.


 

Weshalb beendet Google das Authorship Programm?

Gemäss der Aussage von John Mueller, ist Google Authorship Markup ein weiteres Experiment, welches aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt wird. Dies ist ein Standardverhalten von Google. In der subjektiven Wahrnehmung scheint die Aussage von Google aber unerwartet. Haben nicht alle Autoren diese Funktion geliebt? War Google Authorship nicht die Erfüllung jedes narzisstischen Traums selbst erklärter Protagonisten? Die nüchterne Betrachtung zeigt eine andere Geschichte. Die Beurteilung Google Authorship habe keine Marktakzeptanz erreicht, ist auf folgende Gründe zurückzuführen:

  1. Mangelnde Umsetzung

Gemäss einer Untersuchung von 500 Autoren von über 150 führenden Medienwebsites zeigte sich, dass 70% aller Autoren den Google Authorship Markup ignorierten

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  1. Komplizierte Technologie mit unklarem Ergebnis

Es zeigte sich sehr früh, dass die Verknüpfung des Google+ Profils mit den eigenen Publikationen viel komplexer war als erwartet. Nur sehr wenige Autoren nahmen sich der Rel=Author Integration an. Über die Hälfte der betrachteten Verknüpfungen waren mangelhaft oder fehlerhaft. So begann Google damit Authorship teilweise automatisch zu integrieren. Dies führte zu unterschiedlichen Ergebnissen. In einer Studie im Jahr 2012 wurden die Top 50 Autoren gemäss Forbes Magazine in Bezug auf ihre Rel=Author Integration betrachtet. Gerade 30% dieser Autoren hatten eine entsprechende Integration vorgenommen. Bei 34% der nicht partizipierenden erschien trotzdem die Darstellung des Rich Snippets. Der Automatismus führte zu Verwirrung bezüglch der Notwendigkeit der Integration, aber auch zu Fehlern. So erschien Truman Capote als Autor eines Artikels in der New York Times 28 Jahre nach seinem Tod.

  1. Wenig Mehrwert für Suchende

Der ursprüngliche Wunsch, mit der Darstellung der Quelle (des Autors) von Inhalten, dem Suchenden einen zusätzlichen Nutzen zu stiften, hat sich offensichtlich nicht erfüllt. Es zeigte sich gemäss eigenen Untersuchungen keine Zunahme an Click-Through-Rates bei Snippets mit Autorenfoto. Offensichtlich hatten sich die Nutzer schnell an die Fotos gewöhnt und diese schufen keine zusätzliche Aufmerksamkeit. “Die Autorenintegration habe keinen Einfluss auf das Click-Verhalten der Nutzer”, so John Mueller von Google.

Was bleibt?

Noch werden die Autorenbildern bei Suchabfragen von befreundeten Nutzern angezeigt. Wer also mit seinem Google Profil angemeldet ist, erhält in seinen Suchergebnissen die Fotos befreundeter (in seinen Google+ Kreisen befindlich) Autoren.

Ebenfalls bleibt der “Agent Rank”, die grundlegende Idee des Autoren-Ranking von Eric Schmidt. Der Agent Rank wird nach wie vor aufgrund unterschiedlicher Faktoren die Bedeutung von Autoren messen und Publikationen entsprechend gewichten. Dafür sprechen auch die neusten Informationen zum Google Projekt “Knowledge Vault”. Google scheint nun offenbar mittels neuer Algorithmen in der Lage zu sein, die Verknüpfung diverser Informationen sowie deren Ursprung (Autoren) automatisch herzuleiten. Google kann also den Agent Rank auch ohne Unterstützung einer aktiven Rel=Author Verknüpfung bestimmen. Hinter den Kulissen bleibt also alles bei der Umsetzung der ursprünglichen Idee.

Was haltet Ihr von dieser Entwicklung? Wird Euch der Rich Snippet fehlen?

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Über den Autor

Andre Mueller

André Mueller ist seit Ende der neunziger Jahre im Online Business tätig. Seine Kompetenzen in e-Business und Digital Marketing bewies er im Aufbau von ImmoScout24, welche er lange als CEO führte. Er ist heute Verwaltungsrat der CCI Concepts & Consulting Int. Ltd. und Council Member der Gerson Lehrman Group. Bei BlueGlass Interactive AG träg er als Special Projects Manager zum Unternehmenserfolg bei. Als Autor schreibt er regelmässig für den deutschsprachigen Newsletter/Blog „Digitales Marketing Heute“. André Mueller ist in den USA (NJ) aufgewachsen und lebt heute in Zürich. Er ist alleinerziehender Vater und leidenschaftlicher Golfspieler, der auch gerne reist, segelt und fischt.

 

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